Igel sind Winterschläfer und es kommt nur selten vor, dass man in den Wintermonaten einem über den Weg läuft. Manchmal unterbrechen sie ihren Schlaf, um ein paar Tage durch die Gegend zu streifen. Bevor man einen Igel im Winter mit nach Hause nimmt, sollte man sich vergewissern, dass er tatsächlich auf Hilfe angewiesen ist.
Igel halten von November bis März ihren Winterschlaf. Es kann vorkommen, dass man im Winter trotzdem einen Igel sieht. Manchmal begeben sich die Insektenfresser auch während der kalten Jahreszeit auf einen kleinen Streifzug.
Ein gesunder Igel hat eine rundliche Gestalt, ist aktiv und kugelt sich bei Berührung zu einem Stachelball zusammen. Igel sind Wildtiere und durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Man darf sie also nur in Ausnahmefällen, z. B. bei Krankheit oder Verletzung, vorübergehend mit nach Hause nehmen – Igel sind keine Haustiere!
Igel beginnen ihren Winterschlaf zwischen Mitte November und Anfang Dezember. Ausschlaggebend sind die Witterung sowie das Gewicht der Tiere. Bevor sie sich in den Winterschlaf begeben, sollten erwachsene Igel 800-1.500 g und Jungtiere 500–600 g wiegen.
Milde Herbsttage oder ein verspäteter Wintereinbruch beeinflussen den Zeitpunkt, wann Igel ihren Winterschlaf beginnen. Sobald die Temperaturen stetig unter 5–6 Grad Celsius sinken, verfallen Igel instinktiv dem Winterschlaf.
Dafür müssen sich die Tiere zuvor eine ausgiebige Fettreserve anfressen. Ihre Ernährung besteht zu großen Teilen aus Insekten und Schnecken. Bei abnehmender Tageslänge verknappt sich das Nahrungsangebot zunehmend, was ebenfalls den Winterschlaf einleitet.
Die Population der Igel ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Der Igel hat viele Feinde. Daher ist es besonders wichtig, ihn in seinem natürlichen Lebensraum zu unterstützen. Natürliche Igel-Feinde, menschliche Einflüsse und Umweltveränderungen bedrohen ihr Überleben.
Wird zwischen November und März ein regloser Igel gefunden, kann man recht einfach feststellen, ob das Tier tief schläft oder tot ist.
Die Atemzüge sind keine hilfreichen Indizien über den Status des Igels: Im Winterschlaf atmen Igel nur drei- bis viermal pro Minute – und das kaum sichtbar!
Der folgende Leitfaden erklärt, was man tun sollte, wenn man einen Igel findet:
Übrigens: Um Energie zu sparen, fahren die Tiere ihre Körpertemperatur während des Winterschlafs von 36 Grad auf knapp 5 Grad herunter. Ein kalter Igel ist also nicht gleich ein toter Igel!
Trifft man im Garten oder im Unterholz zufällig auf einen Igel im Winterschlaf, ist er in Ruhe zu lassen. Das Nest sollte sofort wieder zugedeckt werden und die Stelle für den restlichen Winter nicht mehr gestört werden.
Sollte das Tier kurz aufwachen, stellt das in der Regel kein Problem dar. Die meisten Igel schlafen nicht durchgehend von November bis März. Kurze aktive Phasen können ganz natürlich vorkommen. Ihr Igelhaus verlassen sie während des Winterschlafs hingegen kaum.
Vor allem bei Jungtieren kann es vorkommen, dass sie sich nicht rechtzeitig vor Einbruch des Winters eine Fettreserve anfressen. Oft sind die Tiere dann abgemagert, torkeln oder liegen auf der Seite. Auch Verletzungen oder Krankheiten können dazu führen, dass Igel nicht mehr ihrem natürlichen Instinkt folgen.
Ist der Igel sichtbar verletzt oder von Maden befallen, sollte er schnellstmöglich behandelt werden. Maden können mit einer Pinzette oder Zahnbürste vorsichtig entfernt werden. Am besten wird ein fachkundiger Tierarzt oder eine Wildtierstelle (z. B. im Tierheim) kontaktiert.
Unter diesen Voraussetzungen ist es erlaubt, einen Igel vorübergehend mit nach Hause zu nehmen. Dort darf das Tier zum Überwintern in einem geeigneten Gehege gehalten werden. Als vorübergehende Notfall-Lösung eignet sich ein großer Karton oder ein Verschlag aus Holz als Unterbringung.
Dann sollte das improvisierte Igelhaus richtig ausgestattet werden. Als Behausung eignet sich ein umgedrehter Schuhkarton, der mit zerknülltem Zeitungspapier gefüllt wird. Als Schnelllösung eignet sich neben Nassfutter für Katzen auch ungewürztes Rührei, gut gegartes Hackfleisch oder Geflügelfleisch (ebenfalls ohne Gewürze).
Langfristig eignet sich spezielles Igelfutter am besten, um die Tiere durch den Winter zu bringen. Soldatenfliegenlarven und getrocknete Mehlwürmer können als schmackhafte Ergänzung angeboten werden. Um einen artgerechten Lebensraum zu schaffen, bieten sich außerdem Igelhäuser an, in denen die Tiere einen sicheren Unterschlupf finden.
Hier haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zum Winterschlaf bei Igeln zusammengefasst:
Ja, Igel halten Winterschlaf. Sie verschlafen den Großteil der Zeit zwischen November und März in ihrem Nest. Während dieser Zeit reduzieren sie ihren Stoffwechsel und die Körpertemperatur auf ein Minimum.
In der Regel beginnt der Winterschlaf bei Igeln ab November. Zusätzlich spielen Faktoren wie Witterung und Nahrungsangebot eine Rolle. Sobald die Temperaturen stetig unter 5–6 Grad Celsius fallen, verkriechen sich die Igel in ihren Nestern. Dafür benötigen sie ein gutes Fettpolster, von dem sie während des Winterschlafs zehren.
Im Schnitt halten Igel fünf bis sechs Monate Winterschlaf, zwischen November und März. Die konkrete Dauer hängt von den Wetterbedingungen ab. Warme Winter können manchmal zu längeren Wachphasen bei Igeln führen.
Igel bauen sich zum Überwintern ein Nest aus Laub und Reisig. Auch Laubhaufen, Holzstapel und Hecken bieten den Tieren Unterschlupf. Vor allem in sehr ordentlichen Gärten fehlt zunehmend der natürliche Lebensraum von Igeln.
Mit einem artgerechten Igelhaus im Garten kann man hier einen wichtigen Ausgleich schaffen. Sie sind optimal auf die Bedürfnisse der Tiere ausgelegt und bereichern dadurch ihren Lebensraum.
Bildcredits Headerbild: © Moorland Roamer – stock.adobe.com (Datei-Nr.: 189587926)
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